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02.01.2007
Über unseren letzten Orient-Express-Auftritt schreibt der Weser-Kurier
Ein Leckerbissen zum Schluss Gelungene Fahrt mit dem Orient-Express und der Formation "Mellow Melange"
Schon allein an der Dauer des Beifalls gemessen muss das Urteil für die Bremer Formation "Mellow Melange" gut ausfallen. Ganze vier Minuten applaudierten die Zuschauer im übervollen Blauen Saal des Kulturhauses (Kasch), nachdem der Orient-Express seinen Zielort erreicht hatte. Die Musikgruppe nahm das Publikum mit auf eine Reise quer durch Europa. Die Geschichte des Orient-Expresses ist mehr als eine blanke Bahnfahrt durch den Kontinent von Oostende nach Istanbul. Und Mellow Melange gelang es eindrucksvoll, diese umzusetzen, den morbiden Charme der beginnenden 30er Jahre zu vermitteln. Auch wenn die Aufführung mit ihrer Überlänge von drei Stunden für einige Zuhörer ein wenig den Rahmen sprengte. Offenbar ist es aber nötig, einen großen Bogen zu schlagen. Denn für die subtile Beschreibung aller Charaktere der Geschichte, die auf Graham Greene zurückgeht, braucht es viel Zeit, um die Spannung aufzubauen. Bevor es zum großen Showdown in einem kleinen Grenzort kommen kann, müssen viele Handlungsstränge zusammenlaufen….Während die Musik-Formation rund um Komponist Ingo Höricht sich nun mit vollem Einsatz quer durch die Musikwelt der 30er spielt, wechseln die Musiker unentwegt ihre Instrumente, um die Klangwelten ausdrücken zu können. Am Lesepult, einem alten Koffer, zieht derweil Renato Grünig mit seiner eindringlichen Intonation der Geschichte das Publikum in seinen Bann. Im exakten Einklang von Tempo und Stil der Musik führt Grünig durch die kuriosen Begebenheiten. Und für alle, die nach den drei Stunden im Blauen Saal noch eine kleine Stärkung nötig hatten, gab’s am Ausgang noch einen, natürlich zur Reiseroute passenden, kulinarischen Leckerbissen. Kleine süße Sünden aus der Wiener Konfiserie rundeten die musische Reise ab. (Weser-Kurier)