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23.04.2006
Musikalisch-literarische Gradwanderung
Hörbuch erschienen
Gerade ist unser neues Hörbuch "Mottenlicht" erschienen. Bestellen könnt Ihr es für 17 Euro plus Versand formlos über unser Kontaktformular. Im Folgenden ein Zitat aus einer Rezension in der Westdeutschen Zeitung: "Metamorphose im Mottenlicht Bei Kafka findet sich eines Morgens der Handelsreisende Gregor Samsa in einen Käfer verwandelt. In Antje Wagners Erzählung "Mottenlicht" gerät die zwölfjährige Lena in den Bann der Insektenwelt, ihre Metamorphose findet allerdings im Kopf statt und entfremdet das Mädchen nach und nach von seiner Umwelt. Diese und zwei weitere Erzählungen Wagners sind jetzt beim Wuppertaler Guanako-Label als kunstvoll aufgemachtes Hörbuch erschienen. Die Autorin liest ihre Texte mit trügerisch sanfter Stimme: Das faszinierende Grauen schleicht sich unbemerkt an. Mit Ingo Höricht (Violine) und Michael Berger (Klavier) hat sie zwei Musiker an der Seite, die, ausgehend von Stimmung, Sprachmelodie und Metaphorik, eine Klangebene beisteuern, die zwischen den Stilen irrlichtert. In "Mottenlicht" ist es das Sirren, Flattern und Brummen der Falter, Mücken und Fliegen, das die improvisatorisch freie, oft geräuschhafte Musik spiegelt so spröde, dunkel und schön wie viele Textbilder, die den Rückzug des Kindes aus der rationalen Welt nachzeichnen, während es den Mitmenschen fremd und unheimlich wird: "Wer sie ansah, war berührt von ihr, wie von einer verödeten Gegend." Einen so suggestiven Sog in Richtung schwer benennbarer Abgründe entwickeln die anderen beiden Erzählungen nicht, doch auch sie öffnen Falltüren im Alltagsleben. Der elliptische, von Wiederholungen, Spiegelungen und Sprachrhythmus getragene Text "Eisblumen" eröffnet und schließt die CD in zwei unterschiedlichen Versionen, einmal mit einer an und abschwellenden, impressionistischen Musik, am Ende in sanft durchgängigem Fließen, das dem sprachlich reduzierten Eifersuchts-Text eine deutlich hellere Färbung gibt. Die Hass-Liebe-Geschichte "Gratwanderung" schließlich ist beinahe traditionell erzählt, trotz einzelner surrealer Bilder. Konsequent stehen Text und auskomponierte Musikblöcke klar nebeneinander. Insgesamt wird so aus "Mottenlicht" ein stilles, aber umso intensiveres, ja verstörendes Hörerlebnis."
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