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15 Jahre "Mellow Melange": Geburtstagskonzert im KITO / Ausverkaufter Konzertboden
- 21.02.2011 Weiche Mischung aus Jazz, Ethno und Blues Von Christian Pfeiff Vegesack. 15 Jahre ist es bereits her, dass sich Violinist und Komponist Ingo Höricht, Sängerin und Violinistin Sonja Firker, Pianist Michael Berger und Bassist David Jehn zur Formation "Mellow Melange" zusammenschlossen. Ein wenig später wurde die Formation durch Schlagzeuger Hilko Schomerus und Saxofonist Mathias Schinkopf vervollkommnet. Sein Wiegenfest beging man unlängst mit einem Jubiläumskonzert im nahezu ausverkauften KITO. Den kleinen Wermutstropfen, dass dieses aufgrund anderweitiger Tourverpflichtungen Schinkopfs mit den "Swingin' Fireballs" nicht gänzlich in Originalbesetzung vonstatten gehen kann, nimmt Hauptkomponist und Bandmotor Ingo Höricht gelassen hin, zumal mit Eckhard Petri ein gleichwertiger Ersatzmann akquiriert werden konnte, der auch bereits in der Vergangenheit des öfteren im Dienste der Formation ins gekrümmte Horn stieß. Obwohl er sein Herzenskind nachdrücklich als feste Bandgemeinschaft betrachtet, weiß Höricht den kreativen Austausch diverser Projektkooperationen durchaus zu schätzen: Neben gelegentlichen Arbeiten mit Gastmusikern trat man auch bereits als Trio in Erscheinung und fusionierte sporadisch sogar mit dem Jugendsymphonieorchester Bremen-Nord. Festes Bandgefüge Trotz dieser Umtriebigkeit liegen die Vorteile eines festen Bandgefüges für Höricht auf der Hand: "Wir haben uns in den 15 gemeinsamen Jahren aufeinander eingespielt und können uns mittlerweile darauf verlassen, dass immer etwas Schönes bei gemeinsamen Konzerten herauskommt, auch wenn unsere Stücke jedes Mal etwas anders klingen", gibt Höricht einen Teil der bandeigenen Philosophie preis. Denn auch wenn ein Stück bereits auf Tonträger dokumentiert wurde, bedeutet dies für die Gruppe lediglich eine Bestandsaufnahme, nicht aber eine Vollendung dessen. Obwohl es sich bei den Mitgliedern durchweg um klassisch ausgebildete Instrumentalisten handelt, steht das Gefühl des jeweiligen Moments und die Möglichkeit zur Improvisation bei "Mellow Melange" wesentlich höher im Kurs als akribische Notentreue. So ist auch der programmatische Querschnitt des bisherigen Schaffens, den das Sextett seinem Vegesacker Publikum präsentiert, zugleich Rückblick und Ausblick der Bandvita. Einzig einprägsame, von Sonja Firker mit sporadischer Unterstützung Jehns ebenso emotionsstark wie intonationssicher zum Leben erweckte Gesangslinien mit deutlicher Popaffinität ziehen sich wie ein Roter Faden durch das Gesamtwerk, während der Abwechslungsreichtum der Instrumentalarbeit sowohl den breit gefächerten Vorlieben als auch den diversen musikalischen Hintergründen der Bandmitglieder reichhaltigen Spielraum eröffnet. Eine klassische, kammermusikalische Ausgangsbasis ist ebenso wenig zu verleugnen wie stetige Jazznuancierungen und Anlehnungen an Ethno-Klänge, bisweilen frönt man sogar Rock'n'Roll, Blues oder folkloristischen Anleihen. Ebenso wenig wie auf einen bestimmten Musikstil reduziert man sich auch auf der lyrischen Ebene, auf welcher sich Gedichtvertonungen und Songtexte in nicht weniger als vier Sprachen befinden. "Ich würde sagen, wir spielen akustische Musik, die den Zuhörer sofort berühren und ins Herz treffen soll. Technische Aspekte sind den emotionalen und atmosphärischen Anlagen unserer Stücke jeweils deutlich untergeordnet", lautet Hörichts Eigendefinition des Bandschaffens. Dies bedeutet allerdings nicht, dass es für die Musiker keinen Spielraum gäbe, ihr profundes Können in Form wohlbemessener solistischer Einlagen zum Besten zu geben, was von Seiten der Zuhörerschaft immer wieder mit Szenenapplaus honoriert wird. Zu guter Letzt erklatscht sich das Publikum sogar noch eine ungeplante Extrazugabe, bevor "Mellow Melange" ihr Jubiläumskonzert nach fast drei Stunden Spielzeit beenden dürfen.